Fachlexikon

Kupferlackdraht-Lexikon

  • Hier finden Sie Fachbegriffe aus der Welt des Kupferlackdrahtes.

    Backlackdraht

    Lackdraht mit zusätzlicher Backlackschicht auf Polyamidbasis, die durch Wärme oder Lösungsmittel verklebbar ist. Damit können Wicklungen ohne Tränkvorgang miteinander verbunden (verbacken) werden. Oft wird die Klebeeigenschaft auch nur als Montagehilfe genutzt. Unser Typ SH Bond WD 210 ist also ein Overcoatlackdraht, SH Therm 210 mit einer zusätzlichen Backlackschicht.

    Blasenbildung

    Häufigste Ursache für die Blasenbildung an Lackdrahtoberflächen sind Lösungsmittel-und/oder Feuchtigkeitseinschlüsse (z.B. Wasser aus der Kühlstrecke der Glühe) in der Lackschicht. Wenn die äußere Haut der Lackschicht bereits getrocknet ist und Lösungsmittel oder Feuchtigkeit eingeschlossen bleiben, kommt es an den heißen Stellen des Lackierofens zum Verdampfen der Einschlüsse unter Bildung von Blasen.

    Bruchdehnung

    Maß für die Weichheit (Duktilität) von Materialien. Gibt bei Cu einen Hinweis auf den Grad der Rekristallisation. Wichtig für die Verarbeitungseigenschaften von Lackdraht. Sie bestimmt wesentlich die Formstabilität von Wicklungen. Sie wird beeinflusst durch Temperatur und Geschwindigkeit in der Glühe und im Lackierofen. Sie wird ermittelt, indem ein Lackdraht definierter Länge bis zum Bruch gedehnt wird. Das Verhältnis der Längung beim Bruch zur Ursprungslänge ergibt die Bruchdehnung in Prozent. Je nach Dimension liegt die Bruchdehnung bei gutem Lackdraht zwischen 25% (0,20mm) und 45% (4,1mm). Durch Verformung (z.B. Ausziehen) wird die Bruchdehnung reduziert. Bei hartem Kupfer liegt die Bruchdehnung bei <1%.

    Drahtlacke

    In organischen Lösungsmitteln gelöste Kunstharze, die nach dem Einbrennvorgang auf dem Leiter einen glatten und porenfreien Film mit guten elektrischen und mechanischen Eigenschaften bilden. Der Kunstharzanteil beträgt 20 - 45 % (siehe Festkörpergehalt).

    DSC-Analyse

    Differential Scanning Calometrie Dieses zum Begriff der "Thermoanalyse" gehörende Messverfahren nutzt die Tatsache, dass bei der thermischen Umwandlung von Stoffen Wärme verbraucht oder freigesetzt wird. Bei der DSC-Analyse werden zwei Probepfännchen in zwei getrennten Öfen aufgeheizt. In dem einen Pfännchen befindet sich die zu untersuchende Probe, in dem anderen eine Referenzprobe (meist ein leeres Pfännchen). Durch die Umwandlung des Probanten kommt es zwischen den beiden Pfännchen zu einer Temperaturdifferenz, die als Steuersignal benutzt wird, um durch fortlaufende Veränderung der Heizleistung (Scanning-Betrieb) die Temperaturdifferenz ständig Null werden zu lassen. Gemessen und aufgezeichnet wird die zur Kompensation der Temperaturdifferenz benötigte elektrische Leistung. DSC wird bei Lackdrähten ähnlich der tan Delta-Prüfung zur Einschätzung des Einbrenngrades genutzt.

    Durchschlagspannung

    Maß für die Isolationsfestigkeit von Isolierstoffen. Legt man an eine Isolation - die von 2 Elektroden begrenzt wird - eine stetig steigende elektrische Spannung an, kommt es früher oder später durch das angelegte elektrische Feld zu einer Zerstörung der Isolation, den elektrischen Durchschlag. Bei Lackdrähten ist die Durchschlagsspannung insbesondere abhängig von der Lackschichtdicke, der Zentrizität der Lackschicht, der Oberflächengüte von Blankdraht und Lackschicht sowie dem Einbrenngrad der Lackisolation. Die Prüfung erfolgt entweder an zwei verdrillten Drahtproben (Twist) oder an einer Drahtprobe über einen Zylinder.

    Einschlüsse im Cu

    Fremdstoffe im Kupferdraht, die das Zieh- und Lackierverhalten negativ beeinflussen, stammen meist aus den vorgelagerten Technologiestufen, zum Beispiel keramische Einschlüsse und/oder Oxidanreicherungen aus den Schmelztechnologien, Stahl- oder Zundereinschlüsse aus dem Walzvorgang des DGW-Drahtes oder auch Verunreinigungen aus dem Ziehprozess.

    Festkörpergehalt (FK)

    Prozentualer Anteil des Kunstharzes im Drahtlack. Ein Drahtlack mit 40 % Festkörpergehalt besteht also aus 40% Kunstharz und 60% Lösungsmitteln. Üblich sind FK je nach Dimension zwischen 20% (dünne Drähte) und 45% (dicke Drähte).

    Gleitmittel

    Um die Verarbeitbarkeit von Lackdrähten an Wickelmaschinen zu ermöglichen, wird nach dem Lackierprozess eine dünne Schicht eines Gleitmittels aufgetragen. Als Gleitmittel werden Paraffin- oder Bienenwachse in gelöster Form (0,5 bis 1,0%-ige Lösung in Leichtbenzin) oder in einem getränkten Faden eingesetzt. Dabei handelt es sich nur um einen Hauch von Paraffin, wie folgendes Beispiel zeigt: Auf 1km Lackdraht mit 0,50 mm Durchmesser befinden sich ca. 40mg Paraffin (40 tausendstel Gramm), auf 1 kg des gleichen Drahtes kommen also ca. 22mg Paraffin. Neuere Entwicklungen der Chemie beschäftigen sich mit in den Lack “eingebauten” Gleitmitteln.

    Grad 1, Grad 2, Grad 3

    Graduierung der genormten Lackschichtdicke bei Lackdrähten durch die Vorgabe der Mindestzunahme der Isolation durch die Lackschicht sowie den Größtwert des Außendurchmessers des Lackdrahtes. Grad 1-Drähte haben die dünnste, Grad 3-Drähte die dickste Lackschicht. Wo Grad 1 aufhört, fängt Grad 2 an, wo Grad 2 aufhört fängt Grad 3 an. Grad 3-Drähte werden insbesondere dort eingesetzt, wo es auf hohe Zuverlässigkeit ankommt (zum Beispiel Windkraftanlagen) oder zur Vermeidung von Teilentladungen bei frequenzumformergespeisten Motoren. Über kurz oder lang werden auch Lackdrähte Grad 4 und 5 hergestellt. Das Problem liegt derzeit noch in der fehlenden Verfügbarkeit des erforderlichen Lackdrahtes.

    Hochspannungsfehlerzahl (HFZ)

    Vorwiegend im kontinuierlichen Fertigungsprozess ermittelt, gibt sie die Anzahl von Isolationsfehlstellen bezogen auf eine bestimmte Lackdrahtlänge an. Wird ermittelt, indem an rotierenden Rollen, über die der zu prüfende Lackdraht läuft, eine elektrische Gleichspannung angelegt wird. Zwischen der Rolle und dem geerdeten Blankdraht baut sich ein elektrisches Feld auf, das bei Schwachstellen zu einem Stromfluss im qA-Bereich führt und als Fehler gezählt wird.

    Kondensat

    Die im Drahtlack enthaltenen niedermolekularen Anteile des Festkörpers werden bei der Verdampfung der Lösungsmittel aus der Lackschicht mitgeschleppt und setzen sich als teeartige Substanz an den kälteren Zonen der Lackiermaschine (Drahtkühler, Ofeneingang, Schornstein) ab. Kommt der Lackdraht mit diesem Kondensat in Berührung, entstehen Oberflächenfehler, aus denen meist unliebsame Reklamationen erwachsen.

    Konen-Prinzip

    Beim Konen-Prinzip sind mehrere Ziehscheiben mit unterschiedlichen Durchmessern auf einer Welle angeordnet, um unterschiedliche bzw. ansteigende Drahtgeschwindigkeiten zu erzielen.

    Kupfer

    Kurzzeichen Cu (lat. Cuprum). Spezifisches Gewicht 8,93g/cm3. Elektrische Leitfähigkeit 58,5m/(Ohm-Zeichen !!!) mm². Geschätztes Vorkommen in der Erdkruste ca. 50 kg auf 1000t. Aufgrund seiner dem Silber nahe kommenden elektrischen Leitfähigkeit, dominierendes Leitermaterial in der Elektrotechnik. Jährlicher verbrauch für Draht ca. 10 Mio to weltweit. Cu-Gesamtverbrauch ca. 16 Mio. Anteil Recycling ca. 40%.

    Lackdrahtnormung

    Die Eigenschaftsanforderungen an die verschiedenen Lackdrahttypen sowie die Festlegung der erforderlichen Prüfbedingungen wurden durch das IEC (International Electrotechnical Commission) erarbeitet und vom Europäischen Komitee für elektrotechnische Normung (CENELEC) bestätigt. Die Anforderungen sind in der Reihe DIN EN 60317, die Prüfmethoden in der Reihe DIN EN 60851 genormt. DIN steht dabei für “Deutsche Industrie Normung” und EN für “Europanorm”. Es handelt sich bei den Normen um harmonisierte Fassungen der früheren nationalen Normen der Europäer.

    Lackfilmhaftung

    Bei Lackdrähten Grad der Haftung der Lackschicht am Kupferblankdraht; die Prüfung erfolgt über die Wickellockenprüfung oder über die sog. "Schlaufung" beim Reißversuch. Bei der Wickellockenprüfung wird der Lackdraht über einen Dorn gewickelt, so dass Außenfaserdehnungen bis zu 60% erreicht werden. Anschließend wird unter dem Mikroskop die Wickellocke auf Risse untersucht. Bei der Reißprüfung zur Ermittlung der Bruchdehnung wird die Bruchstelle darauf kontrolliert, wie weit der Lackfilm zurückgeschlauft ist, d. h. wie weit das blanke Kupfer aus der Lackisolation herausguckt; bei extrem schlechter Haftung lässt sich die Lackschicht wie "ein Strohhalm von dem Blankdraht abziehen."

    Leitfähigkeit

    Maß für das Vermögen eines elektrischen Leiters, Strom zu leiten. Reziprokwert des spez. Widerstandes. Cu hat eine Leitfähigkeit von 58,5 m/O mm². Das bedeutet, ein 58,5 m langer Kupferdraht von 1mm² Querschnitt (-1,12 mm Durchmesser) hat einen Widerstand von 1O.

    Overcoat-Lackdraht

    Zweischichtlackdraht, dessen Isolationsschicht aus zwei verschiedenen, übereinanderliegenden Lackschichten aufgebaut ist. Der bekannteste Overcoatlackdraht besitzt eine Grundschicht (basecoat) aus Polyesterimid und eine Deckschicht (topcoat) aus Polyamidimid ( unser Typ SH Therm 210).

    Rattermarken

    Beim Ziehprozess entstehende periodisch wiederkehrende, störende Markierungen auf der Blankdrahtoberfläche, die durch Schwingungen des Drahtes entstehen. Ursache sind meist nicht korrekte Ziehparameter, wie zu viele Umschlingungen auf der Ziehscheibe, zu viel Schlupf (diskontinuierliches Ziehen) oder unzureichende Schmierung. “Krähenfüße” sind einseitige Rattermarken, die meist entstehen, wenn die Schmierung auf einer Seite abgeklemmt ist (Draht läuft zum Beispiel “über Kante” in den Ziehstein). Bei sehr starken Rattermarken spricht man von “welligen” Blankdrähten.

    Rückfederungswinkel

    Ein Maß für die Weihheit des Drahtes: In einer speziellen Prüfvorrichtung wird der Draht unter definierten Bedingungen unter Zug um einen Dorn gewickelt. Anschließend wird der Draht entlastet und der Winkel in Grad ermittelt, um den der Draht zurückfedert.

    Streckgrenze

    Beschreibt die Kraft, die aufzuwenden ist, damit eine bleibende Verformung auftritt, d.h. bei der das Material aus dem elastischen in den plastischen Zustand übergeht. Die Streckgrenze von weichem Kupfer liegt bei 120 - 160 N/mm² und ist dimensionsabhängig.

    Tandem-Prinzip

    Sind in einer Ziehmaschine Ziehscheiben gleichen Durchmessers hintereinander fluchtend angeordnet, so spricht man von einer Tandem-Anordnung im Gegensatz zum Konen-Prinzip. Beispielanlagen: Grobzüge des Typs M85 und Inlines des HE-Bereichs. Um die entsprechende Drahtverlängerung zu erzielen, rotieren dann die Ziehscheiben mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

    Tangens Delta

    Dielektrischer Verlustfaktor: Nur ideale Isolationen haben keine Ohmschen Verluste (Wirkverluste). Reale Isolationen, wie Lackisolationen, weisen einen zwar kleinen, aber nachweisbaren dielektrischen Verlust auf (ähnlich realen Kondensatoren). Bei Lackisolationen handelt es sich hauptsächlich um Dipol-Reibungsverluste. Legt man an eine Lackschicht eine elektrische Wechselspannung an, kommen die Dipole der Molekülstruktur zum Schwingen und finden dabei Widerstände, an denen sie sich reiben und Wärme erzeugen. Diese Reibungsverluste sind abhängig von dem chemischen Aufbau der Lackschichten und sehr wesentlich vom Einbrenngrad der Lackschicht. Die Prüfung erfolgt mit speziellen Prüfgeräten, wobei die dielektrischen Verluste in Abhängigkeit von der Temperatur aufgezeichnet werden. Ab einer bestimmten Temperatur wird das Molekülgefüge so aufgelockert, dass es zu einem deutlichen Anstieg der Dipolbewegungen kommt, was sich in einem starken Anstieg des Verlustfaktors (tan Delta-Knickpunkt) zeigt. Mit stärkerem Einbrenngrad wandert der Knickpunkt zu höheren Temperaturen. Damit ist die tan Delta-Prüfung gut geeignet, schnell eine Aussage über den Einbrenngrad der Lackisolation zu geben. Da die Lackdrahteigenschaften stark vom Einbrenngrad beeinflusst werden, kann man damit schnell auf das Eigenschaftsbild schließen.

    Tränken von Wicklungen

    Gewickelte Spulen (Motor, Transformator u. ä.) werden zur Erhöhung der Lebensdauer oft mit Tränklacken oder Tränkharzen imprägniert. Üblich sind heute zwei Verfahren: die Tauchimprägnierung (Tauchtränkung) und die Träufelimprägnierung. Die Imprägnierung hat folgende Aufgaben: 1. Mechanischer Schutz durch Verfestigung und Verbackung der Bestandteile einer Wicklung, insbesondere der Lackdrahtwindungen untereinander und mit den sonstigen Isolationen; 2. Schutz gegen Korrosion durch Verhinderung des Eindringens von Feuchtigkeit, Staub, Schmutz und chemisch aggressiven Stoffen; 3. Thermischer Schutz durch Verbesserung der Temperaturleitung. Durch das Imprägniermittel kann die im Leiter entstehende Wärme besser an die Umgebung und/oder das Blechpaket abgegeben werden. Tauchtränkung Dabei werden normalerweise die zu imprägnierenden Teile in das Tränkmittel eingetaucht. Zur Vermeidung von Lufteinschlüssen geschieht das oft unter Vakuum. Nach dem Tränkvorgang wird das Tränkmittel in einem Durchlaufofen getrocknet und ausgehärtet. Das Verfahren wird insbesondere bei größeren Wicklungen praktiziert. Moderne Verfahren arbeiten auch bei der Tauchtränkung schon nach dem Strom-UV-Verfahren. D. h. vor der Trauchtränkung wird die Wicklung über Stromwärme erwärmt (größere Aufnahme von Tränkmittel) und nach dem Tauchvorgang das Tränkmittel auch mit Stromwärme ausgehärtet. Zur Unterstützung der Aushärtung an den äußeren, kälteren Stellen wird zusätzlich UV-Licht eingesetzt. Träufelimprägnierung Im Gegensatz zur Tauchtränkung wird bei der Träufelimprägnierung die vorgewärmte, sich drehende Wicklung von oben mit Tränkharz (meist ungesättigte Polyesterharze) über Düsen "beträufelt". Durch die Kapillarwirkung wird das Tränkharz in die Wicklung gezogen. Nach Beendigung des Träufelvorgangs wird das Tränkharz dadurch ausgehärtet, dass Strom durch die Wicklungsleiter geschickt wird. Bei neueren Verfahren wird diese Stromwärmeaushärtung auch durch zusätzliche UV-Bestrahlung unterstützt. Das Träufelverfahren wird insbesondere bei kleineren Wicklungen eingesetzt.

    Unterlaufen

    Damit der Draht beim Ziehen die Kraft der Ziehscheiben übertragen kann, wird er auf den Ziehscheiben mehrfach umlegt. Geraten zwei benachbarte Lagen untereinander, spricht man vom “Unterlaufen” des Drahtes. Das führt mindestens zu mechanischen Beschädigungen des Drahtes, meist zu Drahtrissen (mögliche Ursachen: zu viel Umschlingungen, zu viel Schlupf, schlechte Schmierung durch Emulsion, eingelaufene Ziehscheiben).

    Viskosität

    Auch Zähigkeit einer Substanz. Widerstand eines Stoffes gegen eine Formänderung. Je zäher ein Stoff ist, desto höher ist seine Viskosität. Wichtige Eigenschaft von Drahtlacken. Wird ermittelt mit dem sog. Auslaufviskosimeter. Man misst die Auslaufzeit einer definierten Flüssigkeitsmenge durch eine genormte Düse (DIN Becher: 100 ml-Gefäß mit 4mm-Auslaufdüse). Drahtlacke für Dimensionen zwischen 0,50 und 1,25mm Durchmesser liegen normalerweise bei einer Auslaufzeit von ca. 120 s. Bei dünneren Dimensionen ist die Auslaufzeit niedriger, bei dickeren höher.

    vxd

    Ist das Produkt aus Lackiergeschwindigkeit in m/min und Lackdraht-Nenndurchmesser in mm. Gilt in der Lackdrahtbranche allgemein als Leistungsfaktor einer Lackiermaschine. Je höher das vxd, desto leistungsfähiger die Maschine. Beispiel: Lackiergeschwindigkeit 120m/min bei einem Durchmesser von 0,5 mm ergibt einen Leistungsfaktor vxd=120x0,50=60. Das vxd einer Maschine ist nahezu unabhängig von dem Durchmesser. Wenn das vxd bekannt ist, kann man für jede Abmessung die Lackiergeschwindigkeit errechnen. In unserem Beispiel wäre die Lackiergeschwindigkeit für die Abmessung 0,30 mm = vxd/d =60/0,30 = 200m/min.

    Wärmedruck

    Auch Erweichungstemperatur. Gibt einen Hinweis auf die Temperaturstabilität unter Belastung. Ist bei stetiger Aufheizung diejenige Temperatur, bei der zwei gekreuzte und an der Kreuzungsstelle belastete Lackdrahtprobekörper gerade kurzgeschlossen werden, wenn zwischen den zwei Drähten eine elektrische Spannung anliegt (Kreuzungsstelle erweicht unter Druck und Temperatur).

    Wärmeschock

    Dient der Haftungsprüfung der Lackschicht am Kupfer unter Temperaturbelastung. Eine Drahtwendel (”Wickellocke”, hergestellt durch Wicklung des zu prüfenden Lackdrahtes um einen Dorn) wird bei erhöhter Temperatur über eine bestimmte, genormte Zeit in einen Wärmeschrank gelagert und anschließend unter dem Mikroskop auf Risse untersucht.

    Zugfestigkeit

    Maß für die Widerstandsfähigkeit eines Materials gegen Zugbeanspruchung. Sie beschreibt die Kraft, die aufzuwenden ist, um einen Probekörper definierten Querschnitts zu zerreißen und wird auf den Anfangsquerschnitt des Prüflings bezogen. Die Zugfestigkeit von hartem Kupfer liegt bei 450 - 480 N/mm2, die von weichem Kupfer bei etwa 200 - 270 N/mm2.

Litzen-Lexikon

  • Hier finden Sie Fachbegriffe aus der Welt der Litzen und Anschlussleitungen.

    Brandlast

    Unter Brandlast versteht man die Energiemenge, die durch Verbrennen freigesetzt werden kann. Die Brandlast von Kabeln wird aus dem heizwert und der Menge der verwendeten brennbaren Werkstoffe errechnet und bildet ein Maß für die anzuwendenden Schutzmaßnahmen (z.B. für die Bemessung von Sprinkler-Anlagen und die Belegung von Kabeltragsystemen).

    Flammwidrig (selbst löschend)

    Flammwidrig sind Kabel, die zwar durch eine Zündflamme zum Brennen gebracht werden können, deren Brand sich aber beim Einzelkabel nur wenig über den Brandbereich hinaus ausbreite und nach Entfernen der Zündflamme von selbst erlöscht. Bei senkrechter Bündelanordnung, z.B. in Kabelsteigschächten, kann jedoch ein Weiterbrennen nicht verhindert werden (Kamineffekt). Um dies zu unterbinden benötigt das Kabel die zusätzliche Eigenschaft „Keine Brandfortleitung“.

    Giftige Gase

    Bei einem Verbrennungsvorgang lässt es sich nicht vermeiden, dass geringe Mengen von toxischen Gasen wie CO und CO2 freigesetzt werden. Die Brandgase dürfen aber keine Halogenwasserstoffverbindungen /HCl, HF, HBr) und andere stark giftige Gase (Phosgene, HCN) enthalten. Dasselbe gilt für Schwefel und Stickoxide. Die Toxizität eines Gases wird meist über die Mortalitätsrate L50 bestimmt. Die relevanten Normen hierzu sind: NES 02-713 Teil 3 (Naval Engineering Standard), Summe aller toxischen Elemente in einem material basiert auf einer Mortalitätsrate L50 nach 30 min. Einwirkung. Beurteilung mit dimensionsloser Indexzahl (je tiefer desto besser) und französische NF C20-454, Verbrennen eines Materialmusters. Keine biologischen Schäden nach 30 min.

    Halogenfreiheit

    Als Halogene bezeichnet man die Elemente der Gruppe 7 im Periodensystem: Chlor (Cl), Fluor (F), Brom (Br) und Jod (I). Halogenfreie Litzen sind frei von all diesen Elementen. Sie werden Halogene genannt, weil sie mit Laugen zusammen Salze bilden (Hals = griechisch für Salz). Chlor bildet mit Natrium Kochsalz (NaCl). Halogene bilden einen Bestandteil vieler Säuren: -HCl = Salzsäure -HF = Hydrogenfluorid -HBr = Hydrogenbromid Der weitest verbreitete halogenhaltige Kunststoff ist PVC (Polyvinylchlorid). Im Brandfall oder bei starker thermischer Belastung beginnt sich PVC zu zersetzen. Dabei wird neben weiteren Spaltprodukten auch Salzsäure freigesetzt, welche zu sehr aggressiver Korrosion führt. Daher besteht die Tendenz, halogenhaltige Kunststoffe durch halogenfreie zu ersetzen. So wird beispielsweise PVC im großen Maße durch Polyolefine ersetzt, wie z.B. Polyäthylen. Dank halogenfreier Kabel verhindert man das Entstehen von korrosiven Gasen und giftigen Gasen.

    Isolationserhalt

    Der Isolationserhalt sagt aus, wie lange ein freiliegendes, unter definierten Bedingungen dem Brand ausgesetztes Kabel seine Isolierfähigkeit behält, d.h. kein Kurzschluss zwischen den Leitern entsteht. Gem. IEC 60331 wird während drei Stunden ein Kable horizontal über einen Brennen bei ca. 800 °C gehalten. Es darf dabei keinen Kurzschluss geben. Der Isolationserhalt wird gekennzeichnet mit FE (z.B. FE 180 = Isolationserhalt 180 Minuten).

    Korrosive Gase

    Korrosiv wirkende Gase verbinden sich mit der Feuchtigkeit zu aggressiven Säuren, die Metallteile angreifen und hier, selbst bei geringem direkten Brandschaden, große Folgeschäden verursachen. Dies betrifft auch nicht direkt vom Brandereignis betroffene Stellen. Besonders gefährdet sind elektrische Kontakte, elektronische Bauteile und Apparate, Maschinen und Metallkonstruktionen. Sogar das von Beton eingeschlossene Armierungseisen wird angegriffen.

    Rauchgasdichte

    Das Entstehen von Rauch hat mehrere unangenehme Folgen. Zum einen beeinträchtigt es durch die Sichttrübung die Fluchtmöglichkeiten der vom Brand Eingeschlossenen und behindert die Lösch- und Rettungsmaßnahmen. Zum anderen führt es zu Rauchvergiftungen (Kohlenmonoxid). Bezüglich Rauchgasentwicklung schneidet PVC besonders schlecht ab.

    Sauerstoff-Index LOI

    LOI = Limiting Oxygen Indes. Nach ISO 4589 entspricht der LOI der geringsten Sauerstoffkonzentration in Volumenprozent, die in einer Mischen von Sauerstoff und Stickstoff gerade noch die Verbrennung des Kunststoffs unterhält: LOI 23 = brennbar LOI 24-28 = bedingt brennbar LOI 29-35 = flammwidrig LOI > 36 = besonders flammwidrig LOI ca. 45 = Spitzenwert bei halogenfreien Werkstoffen.

    Temperatur-Index nach IEC 60216/ VDE 0304 Teil 21

    Der Temperatur-Index beschreibt das Langzeitverhalten eines Kunststoffes. Der Temperatur-Index definiert die Alterungstemperatur (in °C), bei der das Material nach 20.000 Stunden noch eine absolute Bruchdehnung von 50 % hat. Ein Anstieg des Temperatur-Index um +10 °C ergibt annäherungsweise die doppelte Lebensdauer für einen Kunststoff. Um die Dauertemperaturbeständigkeit einer Isolation bestimmen zu können, werden die bei verschiedenen Temperaturen gemessenen Alterungszeiten in ein Arrhenius-Diagramm (Ordinate: log Zeit; Abszisse: reziproke absolute Temperatur) eingetragen. Die aufgezeichneten Punkte werden mit einer Geraden verbunden. In der Verlängerung dieser Geraden bis zur 20.000 Stunden-Achse kann die Lebensdauer resp. der Temperatur-Index ermittelt werden.

    Thermoplastische Isolationsmaterialien

    Thermoplastische Kunststoffe bestehen aus fadenförmigen Makromolekülen, die sowohl im ungeordneten Zustand (amorph) als auch im geordneten Zustand (kristallin) vorliegen können. Die Umwandlungstemperatur der amorphen Phase (Tg = Glasumwandlungstemperatur) limitiert die Einsatztemperatur in der Kälte, die Umwandlungstemperatur der kristallinen Phase (Tm = Schmelztemperatur die Einsatztemperatur in der Wärme. Oberhalb der Schmelztemperatur verschwindet die kristalline Phase, die Fadenmoleküle können sich frei bewegen, das Material beginnt zu fließen. Das Polymer kann thermoplastisch verarbeitet werden.

    Unschmelzbar (VDE 0472 Teil 615)

    Durch die Elektronenstrahlvernetzung behalten wärmebeständige Anschlussleitungen auch bei hohen Temperaturen (> 100 °C) ihre mechanische Festigkeit bei und sind unschmelzbar. Vernetzte Materialien tropfen nicht ab und garantieren daher auch eine hohe Betriebs- und Kurzschluss-Sicherheit.

    Vernetzte Isolationsmaterialien

    Durch die Vernetzung werden die Fadenmoleküle (in der amorphen Phase) miteinander chemisch verknüpft. Dabei entsteht ein dreidimensionales Netzwerk. Die Fadenmoleküle können sich (unabhängig von der Temperatur) nicht mehr frei bewegen. Oberhalb der Schmelztemperatur kann das material nicht mehr fließen, sondern geht in einen gummi-elastischen Zustand über. Vorteile vernetzter Isolationsmaterialien: -Erhöhte Wärmedruckbeständigkeit und Zugfestigkeit -Sicherheit im Kurzschlussfall dank gesicherter Temperatur-Form-Beständigkeit -bessere Chemikalienbeständigkeit -unschmelzbar, Lötkolbenfestigkeit -höhere Schlagzähigkeit und Rissbeständigkeit -bessere Abriebfestigkeit und Witterungsbeständigkeit .

zurück

SYNFLEX ist eine eingetragene Marke von Synflex
Mylar® ist eine eingetragene Marke von DuPont Teijin Films U.S., Ltd. Partnership